Gutshaus-Hinschendorf-1962Die Dialysestationen des Nephrologischen Zentrums Reinbek befinden sich in einer historischen Villa, dem ehemaligen Gutshaus Hinschendorf.

Der Gutshof Hinschendorf, zudem das Gutshaus einst gehörte, entstand im Jahre 1772, nachdem Hinschendorf parzelliert und an Erbpächter vergeben wurde. In den Jahren 1909-1912 wurden das Herrenhaus des Gutshofes und die Stallungen durch den Landwirt Willi Schaumann nach einem Großbrand neu errichtet. Die benachbarte Strasse „Schaumanns Kamp“ in der Nähe des Nephrologischen Zentrums Reinbek erinnert bis heute an die Gutsfamilie. Bis 1959 wurde der Gutsbetrieb durch die Familie Schaumann aufrechterhalten.

1960 wurde der Grundbesitz dann an Edmund Siemers verkauft, dessen Großvater als erfolgreicher Hamburger Kaufmann und Reeder 1899 die Lungenheilanstalt Edmundstal bei Geesthacht erbauen ließ und 1911 der Universität Hamburg das Hauptgebäude stiftete. In den nächsten Jahren wurden die beiden Scheunen abgerissen und mit Wohnungen bebaut. Das alte Gutshaus wurde im Januar 1960 für die Reederin Dora Fritzen als „Gästehaus“ umgebaut. Als Gründerin des Vereins „Hilfswerk der helfende Hände Hamburg e.V.„, half Dora Fritzen vielen politischen Häftlingen in der ehemaligen DDR in den Westen zu fliehen. Die über Geheimwege in den Westen entkommenden oder politische freigekauften Flüchtlingen wurden als erste Anlaufstation im umgebauten Gutshaus Hinschendorf untergebracht.

Der berühmteste „politische“ Bewohner des Gutshauses war wohl Michael Gartenschläger, der im Jahr 1971 von der Bundesregierung freigekauft wurde und nach seiner Übersiedlung in den Westen übergangsweise im Gutshaus wohnte. Im Jahr 1977 wurde das als Gästehaus fungierende Guthaus zur Arztpraxis umgebaut und im 11. Januar 1978 von Dr. Klaus Glöer bezogen. Bis heute betreibt das Nephrologische Zentrum Reinbek die mehrfach renovierten und historisch erhaltenen Räume des ehemaligen Gutshauses Hinschendorf als Dialyse- und Apheresezentrum.